Einführung
Die Innere Medizin ist ein Kerngebiet der Medizin – sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Forschung und Lehre. Sie befasst sich mit dem Aufbau, der Funktion und den Erkrankungen sämtlicher Organsysteme unseres Körpers.
Check-Up

Gesetzlich Versicherte haben ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle zwei Jahre ein Anrecht auf einen allgemeinen Gesundheits-Check.

Dieser dient der Früherkennung von Krankheiten – insbesondere von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus. Frühzeitig erkannt, können Erkrankungen effektiv behandelt und damit Folgeschäden vermieden werden.
EKG
Krebsvorsorge für Männer
Die meisten Männer lieben ihr Auto mehr als ihre Gesundheit. Und wenn doch mal etwas zwickt, ignorieren sie es, statt auf die Signale ihres Körpers zu hören. Dabei sind Männer öfter krank als Frauen und haben eine niedrigere Lebenserwartung.
Männer können die Krebsvorsorge-Untersuchung ab dem Alter von 45 Jahren jedes Jahr durchführen lassen. Untersucht werden die Prostata, die äußeren Genitalorgane und die Haut. Ab dem Alter von 50 Jahren werden außerdem der Enddarm und der übrige Dickdarm untersucht. Ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres besteht Anspruch auf die jährliche Durchführung eines Schnelltests auf okkultes Blut im Stuhl.
Hautkrebsscreening

Was ist ein Screening?

Früherkennungsuntersuchungen können in Form eines Screenings durchgeführt werden. Der Begriff „Screening“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Filteruntersuchung“. Ein Screening soll Vorstufen, Frühstadien und  Risikofaktoren einer Erkrankung feststellen.
Screenings richten sich an gesunde Personen. Im Hautkrebs-Screening wird gezielt nach den drei Hautkrebserkrankungen Basalzellkarzinom, spinozelluläres Karzinom und malignes Melanom („Schwarzer Hautkrebs“) gesucht.
Früh erkannt ist Hautkrebs zu nahezu 100 Prozent heilbar. Ziel des Screenings ist es, die Heilungschancen zu erhöhen, den Hautkrebs schonender behandeln zu können und damit die Lebensqualität zu verbessern. Durch gezielte Aufklärung über die Risiken von UV-Strahlung soll die Zahl der Hautkrebserkrankungen verringert werden.
Hautkrebs kann am ganzen Körper entstehen und nicht nur an Stellen, die besonders der Sonne ausgesetzt sind.  Deswegen wird beim Hautkrebs-Screening die gesamte Haut gründlich untersucht.
Keine Untersuchungsmethode ist zu 100 Prozent verlässlich. Trotz der gewissenhaften und gründlichen Untersuchung kann es vorkommen, dass eine auffällige Hautveränderung nicht entdeckt wird. Es ist aber auch möglich, dass ein Hautkrebs entdeckt und behandelt wird, der Sie eventuell in Ihrem weiteren Leben nicht belastet hätte.  Die möglichen persönlichen Beeinträchtigungen durch eine solche „Überdiagnose“ und daraus resultierender „Übertherapie“ sind jedoch nach Expertenmeinung als gering einzuschätzen gegenüber den Vorteilen einer Früherkennung.
Lungenfunktion

Wie funktioniert die Spirometrie?

Die Lungenvolumina werden mit Hilfe eines Spirometers bestimmt. Über ein Mundstück atmet der Patient in ein Atemrohr, wobei die Nase mit einer Nasenklemme verschlossen wird. Das Spirometer misst elektronisch die Kraft, mit der ein- und ausgeatmet wird, sowie die Menge der geatmeten Luft (pro Zeit). Das Gerät bildet die Luftmengen, die bei diesen Atemzügen bewegt werden, grafisch ab. So lassen sich Messwerte aus verschiedenen Tests direkt miteinander vergleichen.

Wozu dient die Spirometrie?

Durch Messung der Lungenvolumina lassen sich Lungenerkrankungen diagnostizieren und deren Verlauf kontrollieren. Die Normalwerte sind von Körpergröße, Geschlecht und Alter abhängig. Folgende Werte werden mittels Spirometrie gemessen:
Diese Messgrößen helfen beispielsweise, zwischen den beiden Hauptgruppen von Lungenerkrankungen zu unterscheiden:
  • Obstruktive Lungenerkrankungen: Sie werden durch eine Verengung der Atemwege verursacht, z.B. durch Asthma oder COPD.
  • Restriktive Lungenerkrankungen: Dabei sind Lunge und/oder Brustkorb vermindert dehnbar. Beispiele sind Lungenverhärtung (Lungenfibrose), Flüssigkeitsansammlung im Lungenspalt (Pleura-Erguss) oder ein hoch stehendes Zwerchfell (Zwerchfellparese).
Um zwischen Obstruktion und Restriktion zu unterscheiden, wird die Vitalkapazizät (VC) bestimmt. Der Wert ist bei der Restriktion vermindert, kann aber auch bei der Obstruktion geringer sein. Der FEV1%VC (Tiffeneau-Index, wie viel Prozent der Vitalkapazizät kann in einer Sekunde ausgeatmet werden) ist aber bei einer Restriktion normal.

Wie läuft die Spirometrie ab?

Der Patient atmet über ein Mundstück ein und aus; dieses ist mit einem Spirometer verbunden. Der Patient erhält verschiedene Anweisungen zum Ein- und Ausatmen, die er möglichst genau befolgen sollte. Sonst werden falsche Werte gemessen, die wiederum zu falschen Rückschlüssen bei der Behandlung führen können. Die Untersuchung hängt somit von der guten Mitarbeit des Patienten ab.

Mögliche Komplikationen:

Diese Untersuchung ist praktisch ungefährlich.
Präoperative Abklärung
Präoperative Untersuchungen haben das Ziel, das Risiko für peri- und
postoperative Komplikationen einschätzen zu können, und das postoperative
Ergebnis zu verbessern, etwa durch gezieltes Management unmittelbar prä- und
perioperativ oder durch spezifische Beeinflussung von Risikofaktoren vor
Durchführung einer Operation.
Art und Umfang präoperativer Abklärungen orientieren sich grundsätzlich am
Risiko des einzelnen Patienten und am Risiko des geplanten chirurgischen
Eingriffs.
Die standardisierte Erhebung der Anamnese (Erhebung vorhandener Komorbiditäten und Blutungsanamnese), die klinische Untersuchung und die Ermittlung der kardiopulmonalen Belastbarkeit bilden die Basis jeder
präoperativen Diagnostik. Ergeben sich hierbei keine Anhaltspunkte für
Vorerkrankungen, die das perioperative Vorgehen potenziell beeinflussen, sind –
unabhängig von Art und Dauer des Eingriffs oder dem Alter des Patienten –
weiterführende Untersuchungen in der Regel nicht erforderlich.
Langzeitblutdruck

Was ist eine Langzeit-Blutdruckmessung?

Bei einer Langzeit-Blutdruckmessung wird der Blutdruck über einen Zeitraum von 24 Stunden regelmäßig gemessen und ein Blutdruck-Profil erstellt. Der Patient muss in dieser Zeit in einem Protokoll festhalten, was er jeweils gerade macht (Tätigkeitsprofil). So kann der Arzt später eventuelle Blutdruckveränderungen mit entsprechenden Tätigkeiten in Zusammenhang bringen.
Der Blutdruck ist der Druck in den Blutgefäßen und Herzkammern. Er hängt von der Herzleistung, dem Gefäßwiderstand und verschiedenen, komplizierten Regelsystemen ab.
Die Blutdruckmessung ist eine einfache und risikolose Untersuchung, durch die der Arzt Informationen über die Herz- und Kreislauffunktion erhält. Normalerweise werden zwei Werte gemessen: der obere (systolische) Wert und der untere (diastolische) Wert. Die Messung wird in der Regel in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.

Wie funktioniert eine Langzeit Blutdruckmessung?

Das Funktionsprinzip einer Langzeit-Blutdruckmessung ist das Gleiche wie bei einer gewöhnlichen Blutdruckmessung. Eine Manschette wird am Oberarm etwa zwei Finger breit oberhalb der Ellenbeuge angelegt und solange aufgepumpt, bis der Oberarm kein Blut mehr durchlässt. Durch Ablassen der Luft vermindert sich der Druck in der Manschette und das Herz presst ab einem bestimmten Druck wieder Blut in die zusammengedrückte Arterie. Moderne Apparate nutzen zum Teil elektronische Druckabnehmer. Das Gerät misst diese Werte und speichert sie. Tagsüber wird der Blutdruck alle 15 Minuten, nachts alle 30 Minuten gemessen.

Wozu dient die Langzeit-Blutdruckmessung?

Diese Untersuchung wird in folgenden Fällen durchgeführt:
  • Bei Verdacht auf „Praxishochdruck“ (Weißkittelsyndrom): Hier kommt es durch psychischen Stress infolge des Arztbesuches zu kurzfristiger Blutdruckerhöhung; eine 24-Stunden-Blutdruckmessung kann einen Bluthochdruck bestätigen oder ausschließen;
  • Zur exakteren Erfolgskontrolle der Blutdruckeinstellung;
  • Bei schwer kontrollierbarem Bluthochdruck, zum Beispiel krisenhafte Blutdruckanstiege.
  • Bei Verdacht auf einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus: Der Blutdruck schwankt je nach Tageszeit und ist normalerweise nachts niedriger als tagsüber; bei bestimmten Erkrankungen ist dieser Rhythmus gestört.

Wie wird die Messung durchgeführt?

Die Langzeit-Blutdruckmessung funktioniert wie eine normale Blutdruckmessung, aber über 24 Stunden. Die Blutdruckwerte werden mithilfe tragbarer Geräte automatisch gemessen: tagsüber alle 15 Minuten, nachts alle 30 Minuten. So werden die Blutdruckwerte im Alltag ermittelt, gespeichert und schließlich vom Arzt ausgewertet.
Das 24-Stunden-Blutdruckmessgerät ist mit einer aufblasbaren Gummimanschette verbunden, die am Oberarm angebracht wird. Bei jeder Messung wird die Manschette über das Messgerät aufgeblasen, was zu einem Druckgefühl am Oberarm führt. Dieses lässt wieder nach, wenn die Luft aus der Manschette abgelassen wird.
Wenn die Manschette aufgepumpt wird, sollten Sie Ihren Arm möglichst ruhig auf Herzhöhe halten. Wenn Sie beispielsweise gerade Autofahren, sollten Sie baldmöglichst anhalten, weil das Gerät seine Messung in einem kürzeren Abstand wiederholt. Wird die Manschette immer wieder aufgepumpt, kontrollieren Sie, ob sie nicht verrutscht ist. Können Sie keine Ursache für eine Fehlfunktion erkennen, kontaktieren Sie Ihren Arzt.
Mit Hilfe des 24-Stunden-Blutdruckmessgeräts erhält der Arzt folgende Messwerte: Tagesmittelwert, Schwankungen und Absenkung während der Nacht.
Dabei dürfen höchstens 20 Prozent der einzelnen Blutdruckmesswerte den systolischen Wert von 140 mm Hg bzw. den diastolischen von 90 mm Hg überschreiten. Außerdem sollte der nächtliche Blutdruck unter normalen Bedingungen mindestens um 10 mm Hg systolisch und diastolisch sinken.
Für eine Auswertung muss der Arzt nicht nur die Blutdruckwerte kennen, sondern auch wissen, was Sie in dieser Zeit gemacht haben. Körperliche Bewegung oder ein Streit lassen auch bei Gesunden die Blutdruckwerte steigen. Daher sollten Sie ein Tätigkeitsprotokoll führen, während Sie das Messgerät tragen. So können Aktivitäts- oder Ruhephasen den jeweiligen Blutdruckwerten zugeordnet werden. Notieren Sie auch die Einnahme von Medikamenten. Das gilt für alle Medikamente, nicht nur die blutdrucksenkenden Medikamente.

Mögliche Komplikationen

Diese Untersuchung ist praktisch risikolos. Der Patient kann sich höchstens durch das Messgerät gestört fühlen.
Ultraschall
Die Abdomen-Sonographie zählt zu den nicht invasiven, das heißt nicht in den Körper eindringenden, diagnostischen Verfahren.
Bei dieser Untersuchungsform wird mit Hilfe von Ultraschallwellen, die an den verschiedenen Strukturen des Körpers unterschiedlich reflektiert werden (so genanntes Echo), das zu untersuchende Gebiet in Grauabstufungen dargestellt.
Man kann verschiedene Methoden unterscheiden, wie den A- und den B-Mode.
Beim A (Amplitude)-Mode handelt es sich um eine eindimensionale Darstellung des Echos, beim B (Brightness)-Mode dagegen handelt es sich um eine zweidimensionale Darstellung des Echos. Der B-Mode ist die Methode, die bei der Abdomen-Sonographie genutzt wird.
Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten und wird im Liegen durchgeführt. Man sollte für der Untersuchung möglichst keine blähenden Speisen zu sich nehmen, um die Bildqualität nicht negativ zu beeinflussen.
Weitere Vorbereitungen sind in der Regel nicht nötig.
  • Bei der Abdomen-Sonographie werden vor allem folgende Organe genau untersucht
    Leber
    Gallenblase
    Milz
    Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
    Nieren
    Harnblase
    Aorta (Hauptschlagader) und abgehende große Gefäße
Die Untersuchung wird unter anderem empfohlen beziehungsweise ist erforderlich bei folgenden Gesundheitsrisiken beziehungsweise Erkrankungen.
  • Akutes Abdomen – akute Bauchschmerzen, die vor allem mit einer Abwehrspannung des Bauches einhergehen
    Lebererkrankungen wie Hepatitis (Leberentzündung) oder Leberzirrhose
    Erkrankungen des Gallensystems wie Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) oder Cholestase (Gallenstau)
    Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Leukämien (Blutkrebs)
    Veränderungen der Bauchspeicheldrüse wie Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
    Erkrankungen der Nieren wie Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) oder Harnaufstau in die Nieren
    Erkrankungen der Harnblase wie Harnblasensteine oder Restharnbildung
    Erkrankungen der Geschlechtsorgane
    Erkrankungen der Blutgefäße wie Arteriosklerose (Arterienverkalkung) oder Aneurysma-Bildung (Aussackung der Gefäßwand)
Die Abdomen-Sonographie ist bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen das Diagnostikum der ersten Wahl, da sie nicht belastend und schnell durchzuführen ist. Dabei ist sie sehr aussagekräftig.